Bruchhauser Steine

 
 
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Weit über die Grenzen des Hochsauerlands bekannt ist das Naturschutzgebiet am Istenberg bei Olsberg mit dem Boden- und Kulturdenkmal Bruchhauser Steine. 1997 wurde ein Informationscenter zur Geologie, Archäologie, Fauna und Flora des Naturschutzgebietes eröffnet. In Bildern und Texten wird ein kleiner Einblick gegeben.

Entstehung

Die bis 90 m über das Gelände ragenden Felsen bilden die Hinterlassenschaft eines untermeerischen Vulkans, der vor knapp 400 Millionen Jahren zum Ausbruch kam. Während des Devons stieg in einer Schwächezone in der Erdkruste zwischen den heutigen Orten Altenbüren und Bruchhausen glutflüssige Gesteinsmasse (Erdmagma) aus dem Erdinneren empor und explodierte sobald es mit dem kalten Meerwasser in Kontakt kam. Danach quoll zähflüssiges Magma wie in einem Kamin auf und erstarrte.
Nachfolgende Sedimente deckten den Lavastrom allmählich wieder zu. In der späteren Verfaltung wurden die Gesteine - bedeutend höher als sie heute sind - aufgerichtet. Im Laufe der Jahrmillionen wurden die weniger festen Gesteine wieder abgetragen. Die sehr harten Porphyrfelsen blieben dagegen stehen. Die vier Felsen Bornstein, Goldstein, Feldstein und Ravenstein machen heute die Besonderheit des Gebietes aus und verleihen ihm schon von weitem ein markantes Aussehen.
Auf diesen kahlen Felsen konnte sich eine seltene Moos- und Flechtenvegetation einstellen ebenso wie bemerkenswerte eiszeitreliktische, kälteliebende Blütenpflanzen wie z.B. die Alpen-Gänsekresse.

Wallburg

Oben an den Bruchhauser Steinen befindet sich eine eisenzeitliche Wallburg. Die großen natürlichen Felsen sind geschickt in die Befestigung mit eingebaut worden. Im Süden und Osten wurde die Burg von zwei Wällen gesichert. An den Steilhängen konnte wegen der Topographie auf eine Wallanlage verzichtet werden. Allerdings scheint die Funktion des Ortes als Wallburg noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Andere Vermutungen gehen von der Nutzung als Versammlungsplatz aus.

Hinweise für Besucher

Über den etwa 2,5 km langen Rundwanderweg erreicht man auch den Feldstein mit einer Höhe von 758 m ü. NN. Von diesem Aussichtspunkt hat man einen herrlichen Ausblick über das Sauerland.
In einem Fachwerkgebäude der Meierei wird in einer kleinen Brauerei Bornsteiner-Bier gebraut. In der Brauerei besteht die Möglichkeit der Besichtigung und Führung.
Weitere Informationen bei der Freiherr von Fürstenberg Gaugreben´schen Verwaltung

Literatur

Brunecker, Frank (1998): Informations-Center Bruchhauser Steine. In: Der Landrat des Hochsauerlandkreises: Jahrbuch Hochsauerlandkreis 1998
Hennecke, Georg, Rudolf Brüschke, Heinz Koerdt (1999): Hochsauerland. Podszun-Verlag, Brilon


Stephan Teutenberg